Europolitik: Bürokratie statt Bildung

Die Meldung ist nicht mehr als fünf Zeilen wert. Und doch hat der Tages-Anzeiger ausgiebig darüber berichtet. Die Rede ist von der jüngsten Posse aus dem EU-Zirkus: Werbeverbot für Süssigkeiten.

Was die etablierten Clowns des EU-Parlaments beschliessen, kann fatale Folgen für unseren Alltag zeitigen, die überregulierung des ganz privaten, persönlichen Lebens… Der neuste Streich aus Brüssel: Die EU will Süssigkeiten wie beispielsweise Nutella einem Werbeverbot unterwerfen. Der Grund ist der Zuckergehalt, die Gefahr von Fettleibigkeit bei übermässigem Konsum.
Das Essverhalten der Bürgerinnen und Bürger ist für die Politik wohl zu Recht ein Thema, denn Übergewicht und Fettleibigkeit bescheren dem Gesundheitswesen Jahr für Jahr Zusatzkosten in Millionenhöhe, rein buchhalterisch betrachtet. Im Alltag verursachen Übergewicht und Fettleibigkeit Einbussen der Lebensqualität bis hin zu frühzeitigem Tod. Derzeit nimmt der gesellschaftliche Anteil übergewichtiger Menschen sogar stetig zu. Aufklärung und Gesundheitserziehung wirken dieser Tendenz entgegen.

Verbote statt Bildung

Ernährungslehre als Teil des Grundschul-Lehrplans könnte Wunder wirken – doch die Sparzwänge, denen das Bildungswesen allenthalben unterworfen ist, ersticken zur Zeit jeden fortschrittlichen Bildungs-Gedanken im Keim. So bleibt der Politik konsequenteweise nichts anderes als über den Umweg von neuen Verboten an der Volksgesundheit zu feilen. Das Verbot ist der für den Staat billigste Eingriff in die Gesellschaft, zumal Verbots-Büroktatie sich in der Regel zumindest teilweise über Busseneinnahmen finanziert.
Verboten werden soll nun also noch nicht gerade, was dick macht, aber doch die Werbung dafür. Die Europäische Union ist bekannt für ihre so zahlreichen kontroversen Regulierungen. Warum sie nicht endlich einfach all das verbietet, was dumm macht? Alle Probleme dieser Welt wären auf einen Schlag gelöst!

Jobs für Bürokraten statt Pädagogen

Es liegt aus gesundheitspolitischer Sicht nahe, Konsum von Süssigkeiten und Fastfood einzuschränken. Den Politikerinnen und Politikern, die alle auf ihre Wiederwahl ausgesprochen scharf sind, ist dabei natürlich klar, dass ihnen der Volkszorn gewiss ist, wenn sie Süssigkeiten- und Fastfoodverbote erlassen. So bleibt ihnen nur, dem Marketing dieser Produkte Einschränkungen aufzuerlegen. Damit ziehen sie zwar den Zorn der Süssigkeiten- und Fastfoodindustrie auf sich, aber wenigstens nicht der ganzen Wirtschaft und schon gar nicht breiter Bevölkerungskreise. Süssigkeiten bleiben erhältlich, werden allenfalls schleichend teurer; Durchschnittsbürgerinnen und -bürger werden dabei nicht einmal einen Zusammenhang zwischen steigenden Preisen und von Europolitikern erlassenen Werbeverboten erkennen.

So klug gesunde Ernährung ist, so schlecht ist die staatliche Bekämpfung der Fettleibigkeit auf dem Verbotsweg. Denn nicht das Übel wird dabei an der Wurzel bekämpft, nicht den Bürgerinnen und Bürgern eine gesunde Ernährungslehre zuteil, und es werden auch keine Ernährungsfachleute an Schulen beschäftigt, um Kindern gesunde Ernährung beizubringen. Nein, so konstruktiv ticken Euro-Politiker nicht. Sie nähren stattdessen die Verbotsindustrie und -bürokratie, den Verwaltungs- und den Justizapparat bzw. die dort beschäftigten Apparatschiks: Es bleibt dabei, Jobs für Bürokraten und Sparmassnahmen den Pädagogen.

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