Die, die schlafende Hunde wecken

Die Bundesrepublik Deutschland hat finanzielle Probleme. Was Wunder, finanziert Deutschland derzeit doch die Europäische Krise, nachdem die Nation gerade eben schon im Zuge der Wirtschaftskrise mit Miliardenzuschüssen diverse Pleitebanken vor dem Bankrott bewahrte.

Nach diesem energieraubenden Aderlass zunächst zugunsten reicher Banker und nun auch in die Tasche unfähiger südeuropäischer Regierungen setzt die Koalition der Marktliberalen (FDP, CDU und CSU) nun, wie Telepolis berichtete, verständlicherweise den Rotstift an, um die Bundesrepublik Deutschland selbst ökonomisch zu stabilisieren.

Die Koalition der Antisozialen

Die Koalition der Marktliberalen zeigt sich dabei ungeniert als Koalition der Antisozialen. Denn gespart wird allem voran auf Kosten jener, für die im täglichen Existenzkampf jeder soziale Eurocent zählt. Denjenigen, welche nach den Regeln der freien Marktwirtschaft infolge der Wirtschaftskrise krepiert wären, hatte man eben gerade noch auf Kosten der Steuerzahler grosszügig mit Milliarden unter die Arme gegriffen, ihnen individuell selbst noch auf Bundeskosten das Leben im Saus und Braus der Superreichen zugestanden.
In der derzeit notwendigen Sparrunde sollen die Menschen am Rande der Existenz, für die jeder Tag zur existentiellen Bewährungsprobe unter prekärsten individuellen finanziellen Verhältnissen verkommen ist, nun die Gürtel noch enger schnallen, während noch vor kurzem Pleitebankiers, die nach den Gesetzen der freien Marktwirtschaft Bankrott angemeldet und abgedankt hätten, geradezu als Gesellschafter ohne jegliche Haftung uneingeschränkt Jahressaläre von einer halben Million Euro und mehr auf Staatskosten abzockten, sich keinerlei weiteren Beschränkungen im Lebenswandel auferlegen mussten.

Deutschland kann zahlen

Der Staat muss heute also sparen, weil er gestern und heute Auslagen hat, die gedeckt sein wollen. Es waren dies gestern Auslagen in Milliardenhöhe für superreiche Superkapitalisten der Bankensektors, die entsprechend ihrer eigenen Gesetze auf dem Markt verreckt wären, wenn nicht ihre Interessenvertreter in der Politik dem Steuerzahler gerade noch rechtzeitig „Rettungspakete“ in Milliardenöhe abgeluchst hätten.
Es sind dies heute Auslagen der Bundesrepublik Deutschland im Namen der EU zusammen mit dem internationalen Währungsfonds (IWF) zugunsten der maroden Staatsfinanzen der südlichen Euroländer, allem voran des faktisch bankrotten Griechenland. Letztlich profitieren aber unfähige, korrupte Politiker und Beamte dieser Staaten, welche mit einer Nach-mir-die-Sintflut-Politik und Misswirtschaft das horrende Staatsdefizit Griechenlands verantworten. Nicht anzunehmen, dass ihre Wiederwahl gefährdet ist: Deutschland kann zahlen.

Milliarden für das Luxusleben der Privilegierten

Wie der Deutsche Steuerzahler vermittels der „Rettungspakete“ der Wirtschaftskrise schon den superreichen Superkapitalisten aus der Banker-Szene mit Steuermilliarden das private Millionärs-Leben in Saus und Braus weiter finanziert, zahlt er heuer korrupten Politikern und Beamten Südeuropas dasselbe Luxusleben weiter. Ob sich darob Politik und Misswirtschaft im Süden ändern wird?
Wie sich im Bankensektor seit der Wirtschaftskrise rein nichts geändert hat, wird sich wohl auch in der südeuropäischen Politik nichts ändern. Deutschland kann zahlen, und zwar Milliarden für das Luxusleben der Privilegierten im Bankensektor, in der Politik und nun noch noch in Griechischen Behörden. Deshalb muss Deutschland nun sparen. Es spart auf Kosten der Unterprivilegierten, auf Kosten ökonomisch, sozial oder anderweitig bereits benachteiligter Menschen. Und alle sind zufrieden.

Bildungsrepublik der Gutbetuchten

Bundeskanzlerin Merkel will Deutschland weiterhin als „Bildungsrepublik“ verstanden wissen und stellte in Aussicht, bei der Bildung werde nicht gespart. Kunststück, sind doch gerade einzelne akademische Bildungsgänge schon längst zum Privileg der Gutbetuchten verkommen. Deutschland kann es sich lediglich nicht leisten, die hässliche Fratze des ökonomischen Sozialdarwinismus dem eigenen Volk noch offensichtlicher  zu offenbaren.
Taktisch ist es am klügsten, bei der gesellschaftlichen Minderheit der Sozialhilfeempfänger und ganz besonders bei den Hatz-IV-Abhängigen Einsparungen zu erzielen – denn diese Minderheiten sind politisch zu schwach und ohnmächtig, als dass sie wirksam aufzubegehren und Unruhe zu stiften vermöchten. Den weitaus einflussreicheren gebildeten Mittelstand lässt man in Ruhe – denn mit diesem ist, etwa durch einen „Bildungsabbau für alle“, nicht zu spassen.

Der Verfassungsschutz wird es richten

Deutschland soll und werde nie vergessen? Deutschland wird seine Vergangenheit aus den Geschichtsbüchern nicht tilgen können. Allerdings sollte Deutschland sich vergegenwärtigen, dass Adolf Hitler nicht zuletzt gerade auch wegen grassierender sozialer Unruhe und sozialem Unfrieden erfolgreich war. Diese Realität wahrzuhaben ist in einem westlichen Staatenbund wie der Europäischen Union, wo mancherorts zu recht eigentlichem Kapitalfaschismus übersteigerter Liberalismus und Kapitalismus unangefochten Programm sind, hingegen Kehrseiten des ökonomischen Sozialdarwinismus – dessen Folgen für Menschen, Familien, individuelles Leben, Sozialstrukturen, gesellschaftliche und individuelle Werte wie die Entwicklung der Gesellschaft – aus dem Schuldbewusstsein geflissentlich verdrängt werden, freilich nicht opportun.
Wer mit weiterer extrem einseitiger Begünstigung der Reichen und Superreichen bei gleichzeitig weiterer Unterdrückung bereits unsäglich Benachteiligter die soziale Schere willentlich noch weiter öffnet und dabei schlafende Hunde weckt, muss nicht klagen, wenn sie dereinst beissen. Doch, so hat es den Anschein, Deutschland hat für den Umgang mit einer renitenten Linken und wiederauferstehenden Nazis ausgesorgt: Der Verfassungsschutz wird es richten.

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